Empfindliches Haar – was hilft gegen Haarbruch & Spliss?

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 Meine Haare sind fein & empfindlich. Sie brechen im unteren Drittel wie verrückt. Ich schneide Spliss & Haarbruch regelmäßig raus, hab aber das Gefühl, dass es einfach kein Ende nimmt. Deshalb werden sie gar nicht mehr länger und sind unten ziemlich ausgedünnt.

Meine persönliche Haarpflege

Seit ungefähr 8 Jahren kümmere ich mich bewusst um mein Haar & achte darauf, es nicht zu schädigen & natürlich zu pflegen. Mittlerweile bin ich sehr minimalistisch geworden & mache fast meine kompletten Pflegeprodukte selbst. Fürs Haar sind das im Wesentlichen Haarseifen, Kräuter- und Ölmischungen.

Ansonsten bin ich möglichst lieb zum Haar:

Ich föhne & färbe nicht, stecke meine Haare mit schonendem Haarschmuck aus Holz oder Metall hoch. Dabei achte ich darauf, dass er keine fiesen Kanten hat & absolut glatt geschliffen ist. 

Ich dutte nachts hoch & kämme vorsichtig & nur die trockenen Haare mit einem guten, fein polierten Holzkamm (ich habe diesen, mittlerweile Abgebrochenen aus PfirsichHolz –  der war schon sehr glatt – ich habe ihn aber lieber nochmal nachbearbeitet).

Ich wasche seltener als früher (1-2 mal die Woche, statt alle 2 Tage).

Hilft nix?

Trotzdem habe ich weiterhin Haarbruch und Spliss. Und weil ich finde „ich muss selbst etwas ändern, damit sich etwas ändert“ – forsche ich immer weiter…

 

Die aktuellen Neuzugänge,

die für mich zur Zeit am besten für das „gesättigte Haargefühl“ und damit (hoffentlich) gegen Haarbruch & Spliss funktionieren, sind Tierfett & Haarseife.

Schmalz

UAaaah! Warum das denn?!

Njoaa, ich weiß: irgendwie pervers & gar nicht zeitgemäß. Auch ich habe immer wieder versucht, vegetarisch zu leben. Vor allem, weil ich das Elend der Massentierhaltung kaum ertragen kann & deshalb möglichst wenig dazu beitragen möchte.

Meine vegetarischen Versuche sind kläglich daran gescheitert, dass mir mein Körper selbst bei Protein – lastiger Pflanzennahrung brutal signalisiert, ich würde nicht satt sein. Ich „verhungere“ dann gefühlt „bei vollem Magen“. Also habe ich beschlossen, auf meinen Körper zu hören und ernähre mich bewusst, aber nicht vegetarisch.

(Pseudo) Historischer Hintergrund

Ich habe mir viele Gedanken über die Haarpflege unserer Ahnen gemacht. Es gibt da ganz nette Stories im Internet zB über die Haarpflege vor 240.000 Jahren  oder Frisuren in der Steinzeit

– Man weiß, dass man nix weiß … so wie icke 😀  –

Aber es entstand vor meinem inneren Auge das Bild von der FrühzeitMenschen – Mama, die ihren Kindern das Mammutfett mit ihren Haaren von den Schnuten wischt und vielleicht irgendwann merkt, dass ihr Haarpracht schöner & gepflegter ist, als die anderer in der Horde ^^

Deshalb Schmalz

feine haare pflegenAnyway – ihr habt ja vielleicht hier schon einmal gelesen, dass ich nicht an Wissenschaft glaube – nichtsdesdotrotz mag ich gern schlüssige Geschichten ^^ Und obwohl ich mit meiner LeaveIn Ölmischung ganz zufrieden war, hat sich an meiner bröseligen Haarstruktur in den 8 Jahren naturnaher Kosmetik nix geändert.

Deshalb habe ich in meinem LeaveIn (also den Ölen, die ich – sparsam – ins Haar gebe und die bis zur nächsten Wäsche drin bleiben) jetzt mal Schweineschmalz ausprobiert. Ich beziehe es vom Metzger meines Vertrauens, es ist schonend ausgelassen & riecht nicht nach Frittenbude.

Nach den ersten Tagen stelle ich fest, dass mein LeaveIn nun besser einzieht. Gestern hatte ich es total übertrieben und echt fettige Längen.

 

 

Pflege feines haarHeute war alles wieder weg. Und übrig blieb der reine Flausch – das hatte mein excellentes rein pfanzliches LeaveIn bisher nicht geschafft. Ich deute das als Zeichen dafür, dass meine Haare die Mischung komplett aufnehmen (weil sie es brauchen? irgendwie verwerten können?)

Hier mein Rezept
  •  1/3 Schmalz
  • 1/6 Kokosöl
  • 1/6 Olivenöl
  • 1/6 Kamelienöl
  • 1/12 Lanolin
  • 1/12 Klettenwurzelöl
  • + Vitamin E und F, Proteine, Aloe vera Saft
Und wie kommen meine Rezepte zu Stande?

Natürlich bin ich keine KosmetikFachfrau. Ich habe nur einige Jahre alles an Wissen aufgesogen, was sich mir in Sachen Haarpflege in den Weg gestellt hat. Was das Internet & Bücher eben so hergaben …  Und dann hab ich all mein Geld für Rohstoffe von Ölen über Kräuter bis hin zu Zusatzstoffen wie Vitaminen und Essenzen ausgegeben und ausgiebig damit rumgepanscht, yeehaaa!

Echte WunderÖle haben sich nicht geoutet  … Ich mag Kokos– und OlivenÖl, Rizinus & Lanolin. Und ich vertrage die gut. Weshalb sie eigentlich immer in meiner Basismischung sind. Ebenso Kamelienöl, weil es  ordentlich Vitamin E enthalten soll (siehe auch unten Sonnenschutz), es mir sehr leicht vorkommt und meine Haare nicht beschwehrt.

Aber letztendlich kreiere ich meine Rezepte aus dem Bauch heraus. Mischungen aus mehreren Ölen haben sich als am besten raus gestellt. Es kommt mir außerdem entgegen (Kikis Aktionismus 😀 ), möglichst viele Wirkstoffe reinschmeißen zu können. Dann kann ich vorm Einschlafen davon träumen, was die alles für Wunder in meinem Haar bewirken werden 😀

Haarseife mit tierischen Fetten

Meine erste selbst gesiedete Seife (iiih, Popel 😀 )

Von meinen HaarseifenAnfängen habe ich euch hier schon erzählt. Ich habe diesen September meine erste Seife selbst gesiedet – mit einem hohen Anteil tierischer Fette. Nach einiger Reifezeit verwende ich sie gerade regelmäßig und bin jedes Mal begeistert.

Meine Haare sind gesättigt (ich brauche bis 2 Tage nach der Wäsche kein LeaveIN mehr) und meine Kopfhaut ist sehr ruhig (sie schuppt und juckt sonst immer bereits am Tag nach der Wäsche). Sie fettet auch verzögert.

Und ich trage tatsächlich zum ersten Mal seit 3 Jahren wieder regelmäßig offen oder Pferdeschwanz – und zwar fast ohne Verkletten!

Denn vorher waren dann Knoten & Nester die logische Folge.

Ich bin richtig glücklich!!!

 

 Sonnenschutz

Ich habe mich lange Zeit gefragt, warum meine unteren Längen rötlich und heller erscheinen, obwohl ich seit vielen Jahren nicht mehr färbe.

feine haare pflegenEher zufällig konnte ich erleben, was Sonne & Wetter bei meinen Haaren anrichten. Ein Haarbüschel, das geschätzt ein Jahr lang an meinem Fensterbrett hängen geblieben war, ist durch Sonne & Wetter komplett erblondet.

Ich wiederhole den Test gerade unter kontrollierteren Bedingungen und werde in einem Jahr berichten.

 

So eine Farbveränderung kann ja nix Gutes bedeuten ^^ . Zumindest vermute ich einen Zusammenhang zwischen der Farbveränderung und Spliss & Haarbruch.

feine glatte haare pflegenDeshalb versuche ich meine feinen Haare immer mit Sonnenschutz zu pflegen. Tocopherol/ Vitamin E (leider finde ich die aussagekräftigste Studie nicht wieder, aber hier in einer Dissertation, Seite 22 ff)  hat in einigen Studien gut abgeschnitten.

Zum Glück ist es in einigen natürlichen Ölen enthalten, man kann es aber auch noch extra zusetzen (dann konserviert es auch). Ich bevorzuge Kamelien- und Kokosöl   und  extra Vitamin E.

Trotzdem trage ich meine Haare in der Sonne lieber nicht zu oft offen und schütze sie mit Tüchern und Mützen.

Verkürzung der Nass- Dauer

Außerdem ändere ich gerade meine Waschroutine. Ich habe kürzlich eine Studie gelesen, in der entdeckt wurde, dass das Lufttrocknen der Haare möglicherweise den Zellmembrankomplex  (das ist die „Kittsubstanz“ im HaarCortex, die für die Reissfestigkeit des Haars verantwortlich ist – klingelt da was?)  schädigt. Damit kommt sogar das Nass- Sein gewaschener Haare als Verursacher für Spliss & Haarbruch in Frage.

Die Studie ist zwar nicht eindeutig – es fehlen zu viele Faktoren. Z.B. ist nicht ersichtlich, was für Haar genommen wurde. Welche Struktur hatte es? Waren alle Versuchshaare vergleichbar? Wirkt das Tensid, das die zum Shampoonieren genommen haben, womöglich anders als z.B. Seife? Wie wirkt sich Pflege auf diesen Effekt aus?

Was hat diese Tüte mit Haare Waschen zu tun? ^^

Trotzdem habe ich mir überlegt, wie ich meine Haare zukünftig möglichst  wenig durchnässe und schnell, aber ohne Hitze trockne. 

Zur Zeit wasche ich nur die Ansätze (ScalpWash). Das geht ganz einfach mit einer Tüte, in die ich die Längen packe, dicht mit einem Gummi abschließe & so die (Rest-) Haare wasche.

Danach drücke ich die nassen Haare vorsichtig, aber gründlich in einem T-Shirt aus, wickle sie für eine Viertelstunde in Seide und breite sie dann aus. So habe ich eine sensationelle TrocknungsVerkürzung auf 1 Stunde erreicht (von vorher 3 Stunden).

Mal sehen, obs was bringt gegen Haarbruch & Spliss – ich werde berichten!

Kann man Haarbruch & Spliss überhaupt verhindern?

Die alles entscheidende Frage ^^ Denn wenn meine jahrelange Recherche & meine Experimente mit dem eigenen Haar eins zu Tage gebracht haben, dann das: „Es gibt keine Pflege, die für alle gilt“.

Als häufigste Ursachen für Spliss & Haarbruch werden oft    mechanische, chemische  & thermische Belastung genannt. All dies vermeide ich schon lange.

Meine Pflege zielt darauf ab, Trockenheit zu verhindern. Sie erscheint mir dann „richtig“, wenn sich meine Längen gesättigt, glänzend & elastisch anfühlen.

Ich betrachte diesen Post schlicht als eine Plauderei darüber, was sich für meine glatten, empfindlichen Haare als passend erwiesen hat… Wie eine nette, Mut machende Gute- Nacht- Geschichte. ^^ Natürlich vor dem Hintergrund, dass sich auch die Bedürfnisse meiner Haare immer wieder ändern.

Feines Haar so zu behandeln, dass es nicht platt, strähnig & schnittlauchig herunter hängt, aber vor allem ohne Haarbruch & Spliss gesund wachsen kann, ist jedenfalls (m)eine Herauforderung.

Meine HaarPflege zusammen gefasst

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben – meine 4 Neuerungen gegen Spliss & Haarbruch sind

  • Haarseife (mit Schmalz)
  • Sonnenschutz
  • Scalpwash
  • Tierische Fette in Seife & LeaveIn

Mein bisheriges Fazit: vereinzelte Maßnahmen oder Mittelchen helfen nüx – ich schätze eher, die „Masse machts“ ;P

Wie geht ihr mit Spliss & Haarbruch um?

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18 Kommentare

  1. Dein Beitrag hat mich ermutigt doch mal scalp wash zu testen. Habe ja auch „feen“ die leider wenig verzeihen. Durch den fettigen Ansatz wasche ich alle zwei Tage (obwohl die längen erst nach 5-6 tagen richtig gesättigt sind) und denke mir beim lufttrocken immer, dass es auch nicht gut sein kann die nassen Haare immer von links nach rechts zu werfen um die Trockenheit (gerade im winter) zu verkürzen. Ich denke du weisst was ich meine ^^ daher lieben Dank für deinen Bericht und die Anregungen, welche ich dadurch (auch für die Pflege) bekommen habe 🙂 LG Iza

    1. Huhu Iza,
      das freut mich aber 🙂
      Ich komme wirklich gut zurecht mit Scalpwash, mal gucken, obs vielleicht auch für immer so läuft (wenn mein LI weiter so zuverlässig weggesaugt wird – ich übertreib da doch mal gerne 😀 ) Ich arbeite jetzt mit 2 Tüten – und kriege problemlos alles sauber. Muss ja auch nen Vorteil haben, dass da nurn paar Haare sind 😀
      Grüßchen Kiki

        1. Huhu 🙂
          ich mach sozusagen 2 Zöpfe und über jedes ´ne Tüte. Dann komm ich besser ans Unterhaar. Die setz ich recht hoch an, also ich schätze fast 3/4 meiner Haare – gerade so, dass ich noch den Ansatz richtig spülen kann.

    1. Ich mache das Scalpwash- Ding noch nicht soo lange. Bisher hab ich die Längen noch gar nicht gewaschen. Ich kann mir vorstellen, dass das auch nie nötig wird: ich hab mal ein paar Monate NWSO gemacht (also gar nicht waschen) und meine Längen waren nie fettig. und meine LeaveIns ziehen ja auch super weg… Man kann sagen, es ist sogar mein Ziel, die Längen gar nicht mehr zu waschen.

    1. Ich nehm mir das immer mal vor – z.B. wenn ich mal wieder verzweifelt bin und dran glaube, dass vielleicht Silikone mich retten können. 😀 Aber ich halte es nie durch ^^ Also zu 99,9 % nehm ich meine selbst gemachten Sachen.

  2. Hallo Kiki,
    ich bin auch mit solch empfindlichem Haar“gesegnet“…Habe auch schon eine ganze Odysee an Pflege,Ritualen,etc.hinter mir.
    Ich habe die Erfahrung gemacht,dass Biotin(hochdosiert)&Kieselgel meine Haare stärkt.Man sollte es jeden Tag einnehmen.
    Von Haarseife war ich zunächst enttäuscht,bis ich rausgefunden hab,dass die höher überfetteten Seifen viel besser sind.Zur Zeit benutze ich eine Reiskeimöl-Seife,ist mit 8% überfettet,habe noch vor,12% u.14% auszutesten.Alle ohne Kokosöl,Palmöl.
    Nehme auch das jap.Kamelienöl als Leave-in.Bestelle mir demnächst Brokkolisamenöl,soll wie Silikon sein…Toll ist auch,frische Aloe Vera ins Haar u.die daraus aufgenommene Feuchtigkeit mit Öl zu konservieren.LG Magdalena

    1. Huhu Magdalena,
      vielen Dank für deine Erfahrungen 🙂
      Ja, die richtig überfetteten Seifen sind auch richtig für mich 🙂
      NEM hab ich immer mal wieder probiert, da bin ich einfach nicht diszipliniert genug 😀 Und merkst du durch Kieselgel & Biotin eine Verbesserung? (nur interessehalber, ist utopisch, dass ich es schaffen könnte, da jeden Tag dran zu denken 😀 )
      Jedenfalls reich ich dir die Hand von haar-empfindlich zu haar-empfindlich 🙂
      GFrüßchen Kiki

      1. Ja,ich merke es deutlich.Hab momentan viel Stress und bin undiszipliniert…dementsprechend sieht der Schopf aus😓
        Hatte mal ne Phase,wo ich morgens Hafer gegessen hab,gleich danach das Biotin u.Kieselgel eingeworfen…..meine Haare waren soooo dick u.schön,plötzlich ganz viele mehr😍
        Muss auch dazu sagen,habe in der Zeit mit ind.Haarpulver gewaschen…
        Welche Seife nimmst du denn momentan?
        Meine sind von Villa Schaumberg/Dawanda.
        Ganz liebe Grüße🙋‍♀️

        1. Oooh, das klingt aber gut – ich sollte mich doch mal durchringen 😀

          Ich benutze selbst gesiedete Seifen mit hoher Überfettung (es gibt unter „Haarpflege“ auch einen Seifen- Post)

          Mit indischen Kräutern wasche ich auch gerne – auch da läuft es besser als Mischung genau wie bei den Ölen.

          Ich hab ´ne tolle Brokkoliseife von einer Haarfreundin bekommen, also das Öl ist definitiv auch in meinem Pott.

          Hoffentlich hast du bald weniger Stress 🙂

          Liebste Grüßchen
          Kiki

    1. Huhu 🙂

      Öhm ja, richtig erkannt, ich habe einen Öl Sammeltick 😀

      In Supermärkten kannst du immer mal auch augefallenere Sachen bekommen. Ich mag lieber BioÖle, die kaltgepresst & möglich naturbelassen sind, weil die dann auch noch duften (mein Kokosööööl zB). Aber ich bestelle exotischere Sachen auch im Internet – bei der Amazone, behawe, bacchara rose und so…

  3. Ich hab mir jetzt mal einiges bestellt. Aber brokkolisamenöl teste ich auch. Soll auch gut sein laut vielen Meinungen in einer Facebook Gruppe. Warum ist das Schweineschmalz eigentlich der größte Teil deiner Mischung?

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