Dunkel ist der Wald & still. Du hörst jeden deiner Schritte & fragst dich, wie es passieren konnte, dass du aus deinem Traum plötzlich in diese düstere Welt treten konntest. Manchmal sind die Tore zwischen den Welten durchlässig. Dann findest du dich dort wieder, wo kein Mensch hin gehört. Die Bäume wie Schlingpflanzen neigen sich bedrohlich zu dir herab & schwarze Nebel umwabern dich. Instinktiv hältst du dich Luft an. Du ahnst, atmest du sie ein, wird es dich in ein finsteres Universum schleudern aus dem es keinen Ausweg gibt…
Schluss mit lustig! Und wehe, einer freut sich laut! Die Welt ist dunkel. Alles ist verloren.
Daran gibts nichts zu rütteln. Weint! Bedeckt euer Haupt mit Asche! Versinkt in Depressionen. Nein, schön ist das nicht. Aber schwarz. Alles ist schwarz. Weltfrieden ist schwarz!
Und alles was uns bleibt, ist: sehr sehr traurige Musik zu hören, laut zu seufzen und uns für die letzten Tage, die uns bleiben, Gletscherforken ins Haar zu stecken. Sonst nichts! NICHTS, hab ich gesagt.
Das lila Amaranth ist wahrlich kein Holz, das gern oder sagen wir leichter Hand geschnitzt oder geschliffen werden will. Es ist so unglaublich hart. Dennoch ließ mich die Idee eines lila- farbenen Sonnenaufgangs einfach nicht los. Schon beim Sägen streifte mich der Wahnsinn, als mir gerissene Sägeblätter nur so um die Ohren flogen.
Doch mein Traum ließ mich immer weiter machen. Besonders das tagelange Schleifen zwischen den Sonnenstrahlen brachte mich dem Wahnsinn noch näher. Lachend saß er auf meiner Schulter und machte schlechte Witze über ungeschickte Hände, unfähiges Schleifpapier & zu dicke Finger. Meine Ungeduld verhöhnte mich & lila Staubwolken legten sich wie übertriebenes 80er Jahre Rouge auf meine Wangen. Schleifst du Amaranth, gibt es Augenblicke, wo Menschen glauben, du seist verprügelt worden. Schleifst du Amaranth lang genug, fühlst du dich auch, als seiest du verprügelt worden… Und doch wollte ich den Sonnenaufgang in Perfektion.
Meine Liebe ist wie Rosen im Schnee Nebel senkt sich herab Und Flocken bedecken die Erde. Wie Blutstropfen auf Eis Rote Knospen, ruhend. Auch wenn es kalt & dunkel ist, Darunter wächst meine Liebe.
Das kleine Glück ist ein bisschen schüchtern. Es drängt sich nicht auf. Du findest es auf den zweiten Blick. Beim Blick in den Himmel nach einer interessanten Wolkenformation und wie sie sich verändert. Wenn du Spatzen im Gebüsch beobachtest. Wenn du deinen MarmeladenToast genießt. Wenn ein Marienkäfer über deine Hand krabbelt und dich anlächelt. Wenn du in den Bach schaust & den treibenden Blättern hinterher. Oder eine Feder, die der Wind aufwirbelt. Oder der Sturm, der dich umarmt. Die Sterne, die dir den Heimweg erhellen. Das Lächeln eines Fremden. Das ist alltägliches Glück & es findet dich, wenn du dich finden lässt.
Auch du, einsames Herz, das du blass und verschlossen durch die Welt gehst, wirst Erlösung finden. Fehlt dir auch jetzt noch der Blick für all die Farben um dich herum. Hast du auch beschlossen, für immer allein zu bleiben. Zu schmerzhaft ist dein Leben gewesen, zu brutal die Hindernisse auf deinem Pfad. Das willst du nicht mehr, so sollte es nicht sein! Keine Tränen mehr und keine Hoffnungslosigkeit. Nur kalte, starre Leere. Wohltuend ungefährlich…
Und dann, wenn du dich sicher fühlst und schon anfängst, dich zu langweilen, da wirst du plötzlich eine leise Melodie hören. So verführerisch, dass dir ganz warm wird. Und dann rötest du dich und deine Schritte werden schneller. Magnetisch angezogen vom Gesang betrittst du eine Lichtung. Und dort wird es warten: das andere Herz. Offen und einladend und purpurn. Und ohne zu zögern werdet ihr aufeinander zugehen. Und eure Farben gleichen sich und eure Formen passen ineinander. Wie ein Wunder wird das sein, rot und schön.
Tief hängen Wolken voller Schnee,
verhüllen mysthisch den weiten Blick.
Und Weiß bedeckt die Gipfel.
Doch unten tief im Tal
glitzert blau der Fluss.
Er findet immer seinen Weg.
Sie sagten, die Welt sei gefährlich und unbarmherzig. Sieh dich vor! Von jedem Felsvorsprung könnte es scharf- zackige Eiszapfen regnen. Ein Schneesturm könnte aufkommen und dir den Atem rauben. Eiskristalle werden deine Haut aufkratzen und wenn du zu Boden geworfen wirst, landest du im harschen Schnee. Die Kälte wird in dir aufsteigen, dein Blut gefrieren lassen, dich lähmen. Und du kannst nichts dagegen tun.
So ging ich durch diese Welt, frierend und zitternd. Ich sah die Gefahr lauern in jeder Ecke… Doch eines Tages holte ich tief Luft, öffnete meine Augen für die glitzernd schöne Winterwelt. Erkannte wie rein & glasklar sie ist.