Du bewegst dich im Nebel, als sähest du dort klarer und jagst nach der Unendlichkeit. Fühlst dich als letzter Poet und Bewahrer der greifbaren Unvergänglichkeit.
Der Fluch dient dir auch als Weg zum Erwecken der schlafenden Albträume dort. im klaren Bewusstsein – mit all seinen Flecken – begibst du dich an den dunkelsten Ort.
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Wenn alles einmal zu Ende geht, dann kann dir nichts passieren. Und ob und wie etwas geschieht, kannst du nicht kontrollieren. Wenn du es suchst und noch nicht weißt, wo das Ziel ist, fern oder nah, dann tanz genau dort, wo du grade bist, denn alles ist bereits da.
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Bevor eine Drachin fliegen kann, sich übers eigene Mittelmaß heben, trotz Dunkelheit die Sterne sehen & mit – nicht trotz – Belastung schweben, muss sie den eig´nen Schatten folgen, den Weg der Hässlichkeit beschreiten, die Zweifel sich zu eigen machen. Dann können sich ihre Flügel ausbreiten.
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Vielleicht kennst du das… Du wachst nachts auf… Albträume… deine Lippen zittern noch. Du hast solchen Durst, dass sich deine Haut wie mumifiziert anfühlt. Deine Augen blutunterlaufen, deine Zähne gesplittert vom Knirschen. Und dann sieh mal in den Spiegel ^^
Ein Kobold steht im Mondenschein, er trägt einen Kessel voll Gold. Der wird wohl vom anderen Ende sein, wenn man dem Regenbogen folgt. Wo will er hin mit seinem Schatz und wo kommt er eigentlich her? Wie viel Gold findet in ´nem Kessel Platz, warum suchen alle nach mehr?
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Was aus der Schlange Giftzahn tropft und zischend trifft auf zarte Haut, verwirrt das Herz, verwirrt den Kopf bis keines mehr dem andern traut. Rinnt lila brennend durch die Adern, bringt alles aus dem Gleichgewicht. Lässt Zweifeln, Misstrau´n, Wanken, Hadern. Hält niemals ein, was es verspricht.
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Dort wo die Sterne am kältesten sind, erblickt es gerade die Welt: ein Etwas, ganz einfach & schlicht in der Form, hat sich aus dem Kokon gepellt. Es zittert im Schatten der riesigen Sonnen, die längst schon erstarrt sind und tot. Es sammelt sich erst & dann atmet es Farben, erglüht hell in blau, grün & rot. Und die Dunkelheit um es wird ebenfalls Etwas, zusammen schwingt sich was ein. Etwas wird wachsen & fühlen & brennen & doch immer Teil der Nacht sein.
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Im Kern alles Toten wohnt heilende Kraft, wenn du durch seine Hässlichkeit schaust. Vergiss das Märchen von der Vergeblichkeit, indem du der steten Erneuerung traust. Und Leben, das immer vollendet die Kreise, heilt Tiefes & Dunkles, weil alles vergeht. Die Knochenfrau, die abgründige Weise, bestimmt, dass aus Totem etwas Neues entsteht.