Die Flammen einer tiefen Katharsis
verletzen scheinbar die tragende Basis.
Geborsten in der Hitze, zersprungen
in tausend Stücke, vom Feuer durchdrungen
Doch wenn es abkühlt, hat sich was verändert,
wird offenkundiger & viel resilienter.
Und deine Muster, deine Farben
sind besser erkennbar, als sie vorher waren. ***
Ich will sehen, wie du schreist, hören, wie deine wunde Haut an meiner reibt. Fühlen, wie deine Narben aufbrechen, riechen, wie die Lava deines Hasses brennt.
Ich will dich lebendig. Und dir, vor Angst zitternd, meine Hand reichen.
***
Sie lässt die Stadttore hinter sich betritt den duftenden Birkenwald Wind im Haar, Sonne im Gesicht – unter schneeweißen Stämmen macht sie Halt Plötzlich fällt ihr ein Stück Holz in den Schoß, schmeichelzart & glatt anzufühlen. Da öffnet sie ihre Hand, lässt Altes los, beginnt mit Farbe & Muster zu spielen.
***
Was ist eigentlich ein Jadedrache ist es Material, nur ein Stück Holz? Nein, ein Jadedrache ist ein Gefühl, getragen von Akzeptanz & Stolz. Du adoptierst da ´nen Augenblick aus dem Leben eines echten Drachen. Vielleicht Hoffnung, vielleicht auch Glück, gefüllt mit Tränen, Liebe & Lachen. Es hat sich letztendlich manifestiert, in genau der Form, die es brauchte & wollte. Du steckst es dir ins lange Haar, wenn seine Energie genau deiner folgte.
***
Durchsichtig, zart, sonnendurchflutet und doch robuster, als man vermutet. Wir schimmern in Farben, wir brechen das Licht. Auch wir haben Narben, doch fürchten wir nicht. Erhaben über Liebe & Hass. so sind wir, wir Drachen aus Glas
***
Komm schon, schwing dich auf die Schaukel im Eibenbaum. Die weichen Nadeln duften, die alte Rinde spricht. Das Geräusch der Lederriemen begleitet deinen Traum. Dieser Moment hier im Grünen verändert dich nicht. Gib dich ihm hin, indem du dich nicht verstellst, er bringt dich nur tiefer hinein in dich selbst.
***
„Versteck dich!“ tease ich dich ein wenig
und du rennst weit weg, doch ich seh dich.
Denn ich suche dich mit Drachenaugen.
Die sehen mehr, weil sie mehr glauben,
die sehen mehr als 3 Dimensionen,
weil sie in multipleren Welten wohnen
und deshalb haben sie dein Versteck,
schon lange bevor du´s erreichst, entdeckt.
***
„Schnurburbsl“, war das erste, was ich von ihm hörte, dann sagte er „fuck you“, was mich nicht sehr störte. Und während ich noch die Gedanken ordnete und er schon ins nächste Fettnäpchen spurtete, frag ich mich, ob er seine Worte je zählte, der schwarze Rabe mit nem Kopf voll GlitzerKnete.
***
Der reißende Strom trennt gestern & heute kaum reicht der Blick zum Ufer zurück und als vorm Jahrtausend der Lebensbaum fiel hat er den Fluss zwischen den Gestaden überbrückt. Auch wenn er dem Baum nicht mehr ähnlich sieht, denn er wurde gepeitscht & geglättet von Wellen, von Regen und Wind gequält & verwittert, stabil ist die Brücke zwischen beiden Welten.
***
Und neben dir im feuchten Moos, wo du dich niederlässt da wölbt sich eine Wurzel und lädt dich freundlich ein „Hör mich an, Ich bin dein Ursprung, dein Nest. Spür einmal tief in den satten Waldboden hinein“ Du ertastet verwitterte Spuren Hunderter von Jahren verwurzelter Erfahrung, die führt dich zurück in die Zeit als einst noch keine Menschen, nur weise Bäume waren. Da fühlst du ein altes Lächeln, das für immer bleibt.
***