Das lila Amaranth ist wahrlich kein Holz, das gern oder sagen wir leichter Hand geschnitzt oder geschliffen werden will. Es ist so unglaublich hart. Dennoch ließ mich die Idee eines lila- farbenen Sonnenaufgangs einfach nicht los. Schon beim Sägen streifte mich der Wahnsinn, als mir gerissene Sägeblätter nur so um die Ohren flogen.
Doch mein Traum ließ mich immer weiter machen. Besonders das tagelange Schleifen zwischen den Sonnenstrahlen brachte mich dem Wahnsinn noch näher. Lachend saß er auf meiner Schulter und machte schlechte Witze über ungeschickte Hände, unfähiges Schleifpapier & zu dicke Finger. Meine Ungeduld verhöhnte mich & lila Staubwolken legten sich wie übertriebenes 80er Jahre Rouge auf meine Wangen. Schleifst du Amaranth, gibt es Augenblicke, wo Menschen glauben, du seist verprügelt worden. Schleifst du Amaranth lang genug, fühlst du dich auch, als seiest du verprügelt worden… Und doch wollte ich den Sonnenaufgang in Perfektion.
Meine Liebe ist wie Rosen im Schnee Nebel senkt sich herab Und Flocken bedecken die Erde. Wie Blutstropfen auf Eis Rote Knospen, ruhend. Auch wenn es kalt & dunkel ist, Darunter wächst meine Liebe.
Das kleine Glück ist ein bisschen schüchtern. Es drängt sich nicht auf. Du findest es auf den zweiten Blick. Beim Blick in den Himmel nach einer interessanten Wolkenformation und wie sie sich verändert. Wenn du Spatzen im Gebüsch beobachtest. Wenn du deinen MarmeladenToast genießt. Wenn ein Marienkäfer über deine Hand krabbelt und dich anlächelt. Wenn du in den Bach schaust & den treibenden Blättern hinterher. Oder eine Feder, die der Wind aufwirbelt. Oder der Sturm, der dich umarmt. Die Sterne, die dir den Heimweg erhellen. Das Lächeln eines Fremden. Das ist alltägliches Glück & es findet dich, wenn du dich finden lässt.
Tief hängen Wolken voller Schnee,
verhüllen mysthisch den weiten Blick.
Und Weiß bedeckt die Gipfel.
Doch unten tief im Tal
glitzert blau der Fluss.
Er findet immer seinen Weg.
Sie sagten, die Welt sei gefährlich und unbarmherzig. Sieh dich vor! Von jedem Felsvorsprung könnte es scharf- zackige Eiszapfen regnen. Ein Schneesturm könnte aufkommen und dir den Atem rauben. Eiskristalle werden deine Haut aufkratzen und wenn du zu Boden geworfen wirst, landest du im harschen Schnee. Die Kälte wird in dir aufsteigen, dein Blut gefrieren lassen, dich lähmen. Und du kannst nichts dagegen tun.
So ging ich durch diese Welt, frierend und zitternd. Ich sah die Gefahr lauern in jeder Ecke… Doch eines Tages holte ich tief Luft, öffnete meine Augen für die glitzernd schöne Winterwelt. Erkannte wie rein & glasklar sie ist.
So, meine Spielkinder, wer sich an meine Anfangszeiten erinnert, weiß bestimmt noch, dass so´ne Schneekugel- Geschichte mich die ganze Zeit gereizt hat. Für alle Mädchen, die sich nach Einhörnern sehnen: eine Haarforke mit Bullauge, in dem ordentlich Glitzer & Tigerauge- Splitter schwimmen. Ich mag, wenn die Dinge sich bewegen. Hier bewegt sich ganz viel, du musst nur ein bisschen schütteln ^^
Auch das Holz ist bemerkenswert. Ich habe zum ersten Mal Ulme verarbeitet, gespendet von netten Holzfällern, 2 Jahre durchgetrocknet, umgestapelt, gestutzt. Und was für ein Holz. Die Maserung Spitzen- fein mit wunderschönen Streifen.