Dornröschen, warum wartest und schläfst du noch unsichtbar hinter deinen dornigen Hecken? bist du dir denn gewahr, wovon du da träumst, und was willst du wirklich verstecken?
All die falschen Prinzen hinter der Mauer da zeigen dir, dass niemand anderes dich retten kann, wenn du 100 Jahre nichts erkennst und anders machst, bleibst im Herzen ein Kind du und dann,
wenn dein Herz immer müder und stachliger wird einsam blutend bricht es irgendwann entzwei und für lieblose, kleine Traumprinzessinen zieht das wahre Leben dann einfach vorbei.
Denn egal welcher Prinz da dem Mythos folgt, sich durch die Hecke kämpft, sich sticht und verletzt ist möglicherweise nur ein unsicherer Mann, der nur was bewegen kann, wenn er sich in die Dornen setzt.
Und auf einmal sprudelt es und wird bunt, vielleicht fällts du nun, strauchelst, strudeltst und wünschst, da würden tausend Fallschirmchen sein. Doch da ist keins, du stürzt ab und dann du tauchst ein und der Regenbogen spannt sein Zauberband, hält das Mädchen, das Schweben & Zuversicht fand. ***
Der bleiche Mond, dein Freund, scheint erst langweilig & weiß. Seine wahren Farben siehst du erst, wenn du die Augen zusammen kneifst, und deine Blickrichtung änderst, auch etwas von dir hinein gibst – ein bisschen von ihm, ein bisschen von dir – und du alle Farben der Freundschaft liebst.
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Da schlägt noch ein Herz in der verbrannten Kruste. Obwohl an der Oberfläche alles Leben weichen musste. Geschunden, verwundet, vernarbt & verbrannt. Jetzt wirkst du schroff, die glatte Hülle verschwand. Unter deiner rauhen Schale ähnelst du dir mehr und mehr. Das Feuer reinigt & stärkt, wenn es innen nach außen kehrt.
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Wie eine Ahnung am Horizont
wie ein Flossenschlag im aufgewühlten Meer
glitzern Schuppen unterm roten Mond,
wehen Mädchenstimmen von Ferne her.
Sirenengesänge & Muschelketten
und perlende Tropfen von frischem Nass
versprechen dir, deine Seele zu retten
und was könnte schöner sein als das?
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Zwischen eintönigen Häuserschluchten, glatten Fassaden, Straßenfluchten, den starren Gesichtern hinterm Glas zum Trotze, die niemanden ansehn, nichtssagend glotzen, wächst winziges Grün, drei Blättchen nur, Farbe & Form vorerst nur eine Spur, ´ne Vision, eine Ahnung, ein Traum vom zukünftigen Ginkgobaum.
Was ist eigentlich ein Jadedrache ist es Material, nur ein Stück Holz? Nein, ein Jadedrache ist ein Gefühl, getragen von Akzeptanz & Stolz. Du adoptierst da ´nen Augenblick aus dem Leben eines echten Drachen. Vielleicht Hoffnung, vielleicht auch Glück, gefüllt mit Tränen, Liebe & Lachen. Es hat sich letztendlich manifestiert, in genau der Form, die es brauchte & wollte. Du steckst es dir ins lange Haar, wenn seine Energie genau deiner folgte.
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Durchsichtig, zart, sonnendurchflutet und doch robuster, als man vermutet. Wir schimmern in Farben, wir brechen das Licht. Auch wir haben Narben, doch fürchten wir nicht. Erhaben über Liebe & Hass. so sind wir, wir Drachen aus Glas
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