Da schlägt noch ein Herz in der verbrannten Kruste. Obwohl an der Oberfläche alles Leben weichen musste. Geschunden, verwundet, vernarbt & verbrannt. Jetzt wirkst du schroff, die glatte Hülle verschwand. Unter deiner rauhen Schale ähnelst du dir mehr und mehr. Das Feuer reinigt & stärkt, wenn es innen nach außen kehrt.
***
Wie eine Ahnung am Horizont
wie ein Flossenschlag im aufgewühlten Meer
glitzern Schuppen unterm roten Mond,
wehen Mädchenstimmen von Ferne her.
Sirenengesänge & Muschelketten
und perlende Tropfen von frischem Nass
versprechen dir, deine Seele zu retten
und was könnte schöner sein als das?
***
Zwischen eintönigen Häuserschluchten, glatten Fassaden, Straßenfluchten, den starren Gesichtern hinterm Glas zum Trotze, die niemanden ansehn, nichtssagend glotzen, wächst winziges Grün, drei Blättchen nur, Farbe & Form vorerst nur eine Spur, ´ne Vision, eine Ahnung, ein Traum vom zukünftigen Ginkgobaum.
Was ist eigentlich ein Jadedrache ist es Material, nur ein Stück Holz? Nein, ein Jadedrache ist ein Gefühl, getragen von Akzeptanz & Stolz. Du adoptierst da ´nen Augenblick aus dem Leben eines echten Drachen. Vielleicht Hoffnung, vielleicht auch Glück, gefüllt mit Tränen, Liebe & Lachen. Es hat sich letztendlich manifestiert, in genau der Form, die es brauchte & wollte. Du steckst es dir ins lange Haar, wenn seine Energie genau deiner folgte.
***
Durchsichtig, zart, sonnendurchflutet und doch robuster, als man vermutet. Wir schimmern in Farben, wir brechen das Licht. Auch wir haben Narben, doch fürchten wir nicht. Erhaben über Liebe & Hass. so sind wir, wir Drachen aus Glas
***
Und neben dir im feuchten Moos, wo du dich niederlässt da wölbt sich eine Wurzel und lädt dich freundlich ein „Hör mich an, Ich bin dein Ursprung, dein Nest. Spür einmal tief in den satten Waldboden hinein“ Du ertastet verwitterte Spuren Hunderter von Jahren verwurzelter Erfahrung, die führt dich zurück in die Zeit als einst noch keine Menschen, nur weise Bäume waren. Da fühlst du ein altes Lächeln, das für immer bleibt.
***
Du bewegst dich im Nebel, als sähest du dort klarer und jagst nach der Unendlichkeit. Fühlst dich als letzter Poet und Bewahrer der greifbaren Unvergänglichkeit.
Der Fluch dient dir auch als Weg zum Erwecken der schlafenden Albträume dort. im klaren Bewusstsein – mit all seinen Flecken – begibst du dich an den dunkelsten Ort.
***
Wenn alles einmal zu Ende geht, dann kann dir nichts passieren. Und ob und wie etwas geschieht, kannst du nicht kontrollieren. Wenn du es suchst und noch nicht weißt, wo das Ziel ist, fern oder nah, dann tanz genau dort, wo du grade bist, denn alles ist bereits da.
***