Jemand hat mich gefragt: Warum nicht nur eine Forke für die lange Matte oder nur aus Worten das Gedicht? Und weil ich das nie hinterfragt hatte, hab ich dann lange nichts gesagt. Doch die Verse sprachen: Wir reichen nicht.
Es gibt Dinge im Universum, die haben keinen Namen, er wurde nie erfunden, deshalb kann ich sie nicht in Worte fassen. Obwohl man sie fühlen kann und erkunden, nur ohne die ganze Sprache drumherum. Deshalb muss ich den Pathos sich verkörpern lassen.
Dann sei doch einfach Schnitzerin! Lass das Stottern, Säuseln und das Reimen. Kannst du mir nicht einfach Holzkunst geben?! Mach das eine, lass das andere bleiben! – Ach, in mir sind doch diese Blitze drin, die erscheinen einfach und die wollen auch leben. ***
Schäumend brandend. Ich bin im Wasser gelandet. Mein Sprung war vermessen. Fast hätte ich vergessen, dass ich nicht fliegen kann. Doch dann kam ich im Wasser an, das mich schmeichelnd umspült, mich aufwühlt und kühlt. Mich erinnert daneben: Ich kann nicht fliegen, aber schweben. ***
Oh wie mein Herzchen glüht und im Dunkeln für dich blüht. Wahrlich, ich steh in Flammen, wie ein Mädchen nur kann, denn, ey, mein Herz brennt für dich. Hier bin ich, siehst du mich? ***
In blauen erfrischenden Tiefen, wo einst Ungetiere schliefen, da wohnen auch Wasserdrachen und manchmal hörst du sie lachen. Markerschütterndes Schallen und Schwingen. Kichern, alberne Reime, laut singen. So verbringen sie ihre Tage daheim. Mit unseren Leben hat das kaum was gemein. Weshalb sich die meisten Leute gruseln, wenn sie versehentlich dazwischen wuseln und hören das drollige Wiehern. Dir kann das jetzt nicht mehr passier´n. Du kennst ja jetzt die WasserdrachenLache und weißt, das is ne gute Sache. ***
Gespräche mit dir sind wie Spiralnebel. Plötzlich verschwommen. Du nutzt Lügen als Knebel, um die Kontrolle zu behalten. Die Realität zu falten. Mich mundtot zu machen. Über mich zu lachen. Um Verstehen geht es nicht. Du denkst dir nichts dabei, du willst nur gewinnen, und dabei war ich erst 3. ***
Vor meinen Augen beginnt ein Flimmern, trübt meinen Blick und weitet ihn zugleich. An Rändern sehe ich Sterne schimmern. Ist es das Tor zum Himmelsreich? Aus dem Nichts entstand ein Regenbogen, obwohl es nicht regnet oder Sonne scheint. Die Dämmerung räkelt sich grün, blau & golden, als ob ein Gott vor Wonne weint. ***
Ich trage meine Liebe wie ein weit schwingendes Kleid, den Rock ozeangleich unter mir ausgebreitet, in den Falten die kleinen Wesenheiten all dessen, was mich ausmacht
Meine Augen sehen klar und grün bis auf den Grund des Meeres, bis in die letzte Galaxie, weder gestern noch morgen und genau jetzt.
In meinem Kopf spiralen Erkenntnisse, die weder wahr noch falsch einfach sind wie Farben, die ineinander verlaufen.
Und mein Herz glüht heiß & unverletzt mit narbigen Mustern, die trägt es wie Schmuck. Schönheit, die unvollkommen & immerwährend ist. ***
Sie erwacht mit diesem Gefühl, auf das die Sonne scheint, ohne Spuren zu hinterlassen. Wie ein Eisberg an einem Sommertag, wie eine Libelle im Polar, wie ein Kolibri im Nadelwald, wie ein Mensch auf Jupiter. Wunderschön und richtig, aber nicht in ihrer Welt. ***
Ich schaute in den Abgrund, der erschien mir so seiden und tief, dass er mich anzog und fast schien es, dass er zärtlich meinen Namen rief. Ich fühlte mich plötzlich so traurig mit einer Prise Euphorie. Mein unergründlicher Abgrund, vielleicht erreiche ich dich nie. ***
Und dann sprach Liebe: Lass mich, ich kann alleine stehen und wenn du willst, lass uns ein Stück des Wegs zusammen gehen. Ich brauch grade niemanden, der mich bemitleidet, stützt und hält. Viel lieber träf ich jemanden, der mir einfach gefällt. Hast du selbst was zu schenken und nimmst du auch an? Wenn dein Herz und deine Arme offen sind, um zu teilen, was das Leben gab und nahm? dann nimm als erstes meine Hand und lass uns zusammen entdecken, was das Leben noch zu bieten hat, statt uns davor zu verstecken. ***