Unter mir raschelts grün, gelb, rot & braun und der Herbstwind zaust leise mein Haar. Ich steh auf der Lichtung voll Staunen beim Schaun und vor mir brechen durchs Laub ein paar
Pilze in herrlichen Farben und Mustern und Formen aus dem Herzen der Natur. Schlägt mein eignes Herz jetzt viel bewusster? Inspirierte Freude erfüllt es nur.
Dass ich springe nach Haus zum wartenden Holz, gesammelt mit Respekt in vielen Jahren, das ich hegte, streichelte, pflegte voll Stolz, um das Pilzbild umzusetzen & zu bewahren. ***
Du kennst das, wenn deine Geschichten schwerer geworden sind als dein Traum. Nichts ist mehr leicht, alles qält dich, die Luft zum Atmen fehlt und dein Raum. Und wenn diese Situation untragbar wird, dich runterzieht und nur noch beschwert, dann läufst du nicht weg, du reitest nur weiter, du schwebst von dannen auf deinem Zauberpferd!
Aurora betritt den Märchenwald über einen Teppich aus weichem Moos. Die Bäume sind stark, wunderschön & uralt und innen wie äußerlich groß. Nebeltröpfchen flirren durch die Luft, brechen das bunte Licht des Polarlichts. Wabernde Schwaden erzeugen den Duft von Geschichten aus dem Nichts. Eine Ranke umschlingt ihren Knöchel, zieht sie zärtlich runter ins Gras, weil sie das ganze Spektrum genießen möchte in dieser Welt aus Farben & Glas. ***
Sag nicht, Cherie, ich sei zu laut, zu schrill, zu irre, zu bunt! Hab mir nur das Glück geklaut und übertrieben, das ist gesund. Wie immer hab ich einen drauf gelegt. Vergessen wie man sich beträgt. Ich hab meinen Schopf in Glück gepackt, die Farben wild verknüpft, abstrakt. Dann hab ich mir das Haar zurück gebunden. Ich find das süß, ich mags aufzufallen. Hab darin genau das Passende gefunden. Cherie, ich gefall nunmal nicht allen.
Sie schwimmen nicht an der Oberfläche. Regenbogenfische tauchen immer & tief . Sie weinen , sie zeigen ihre Schwächen. Sie folgen dem inneren Lied, das sie rief. Regenbogenfische sind im Herzen weich. Nicht nur am, sondern tief im Wasser gebaut. Wir finden sie in keinem kleinen Teich, weil keine von ihnen seichten Gewässern traut. Auch ich bin ein solches buntes Geschöpf, himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Und auch wenn der Sog mich oft erschöpft, in der Strömung zu atmen, hab ich geübt. ***
Mit eleganten kleinen Schritten schwebt sie über die Bambusbrücke bis ein Windstoß im Schilf leise singt, dem Walnussbaum ein Blättchen entringt, welches sich in Gebamsel verwandelt, das er ihr als Geschenk darbringt, auf dass es sanft in ihrem Haar schwingt.
„Haltet mich“ ist ihr erster Gedanke, bevor es sie unsanft aus dem Neste weht und als der Wind ihre Schwestern vor sich her treibt, wird ihr klar – doch etwas zu spät- dass egal wie sie sich vergisst und sich anpasst und bis zur Selbstaufgabe bemüht, am Ende bleiben wir allein zurück, weil sich festzuhalten nie genügt, um wirklich die Tiefe zu kennen. Der Baum ist nun kahl, verlassen die Rabin. Der Orkan unterm Mond heult eindringlich, verdichtet zu schwarz all ihre Farben.
Den Rest der Nestwärme trägt er davon, doch immer bei ihr verbleibt die Essenz alles dessen, was war, die Erfahrung, die alles Trübe vertreibt. Die Schwestern sind fort , sie erlebens grad selbst jede einzeln ganz für sich, jede geht ihren Weg in ihr eignes Land, wo jede eine andere Sprache spricht. Und eine Böe hebt die Federn, wirbelt Flügel auf, lässt flüsternd Härchen stieben. Und sie lädt das Unwetter ein, wie` s nur jene tun, die des Sturmes Wildheit lieben. ***
Da direkt vor dir ist die dunkle Wand, sie wehrt sich federnd gegen deine Hand. Du willst sie jetzt beiseite drücken und in kleine Teile brechen & zerpflücken. Denn du sehnst dich so sehr nach dem Licht bis dir schier das Herz zerbricht Du siehst doch genau, da ist nur schwarz im Weg es wird erst heller wenn man dadurch geht Nur: Menschen können nicht durch Wände gehen, solange sie nur auf ihre Hände sehen. Blick mal vorher tiefer rein ins Dunkel. Könnt ja sein, dass es bereits darin funkelt. ***
Wenn du in meine Augen guckst wirst du sehen, wie ich mich fühle. Leuchten sie warm, geht es mir gut und schlecht, wenn du fühlst die Kühle. Doch schau nicht weg, bleib in Kontakt und vertrau darauf , was du siehst. Egal, wie´s mir geht, nur eines zählt, dass du in meinen Augen liest. ***
Die Enge im Kopf löst sich im befreienden Schrei des Rabenkinds, fühl es & sing laut dabei. Dann kommt dein Raben-Ich von alleine zu dir. Umfange & leite es, lass dich verführ´n. Und seine brausenden Flügel zeigen dir, wo es drückt. Dahinter lebt deine Wildheit & das ist nicht verrückt. Wenn es flattert & ruft, dann lass dich mitnehmen. Nichts, was du fühlst, ist ein Grund zum Schämen. ***